Welche Formen von Bewertungs-Erpressung gibt es?
Typisch sind drei Muster: Drohungen vor einer Bewertung, Geldforderungen für das Entfernen einer Bewertung und unseriöse „Lösch-Angebote“, die auf Angst setzen. Allen gemeinsam ist, dass eine Bewertung als Druckmittel eingesetzt wird.
Nicht jede harte Verhandlung ist eine Erpressung. Eine Kundin, die eine Reklamation ankündigt und gleichzeitig eine schlechte Bewertung erwähnt, äussert unter Umständen nur ihre Unzufriedenheit. Entscheidend ist, ob die Bewertung ausdrücklich als Gegenleistung oder Drohung eingesetzt wird – etwa „Entweder Sie erstatten den vollen Betrag, oder ich schreibe überall eine 1-Stern-Bewertung“.
| Muster | Beispiel | Erste Reaktion |
|---|---|---|
| Drohung vor der Bewertung | „Ohne Gratis-Essen gibt es eine 1-Stern-Bewertung.“ | Nicht eingehen, Nachricht sichern, sachlich ablehnen |
| Forderung nach Veröffentlichung | „Gegen CHF 200 lösche ich meine Bewertung.“ | Nicht zahlen, dokumentieren, bei Google melden |
| Koordinierte Drohung | „Wir sorgen für 50 schlechte Bewertungen.“ | Beweise sichern, Google informieren, Anzeige prüfen |
| Unseriöser Lösch-Dienst | „Garantierte Löschung, Zahlung vorab.“ | Keine Vorkasse, Anbieter prüfen |
Was sagen die Google-Richtlinien zu Erpressung mit Bewertungen?
Google untersagt nach seinen Richtlinien für Nutzerbeiträge, Bewertungen als Druckmittel einzusetzen, und verbietet auch Anreize, die an das Abgeben, Ändern oder Entfernen einer Bewertung geknüpft sind. Für Unternehmensprofile bietet Google einen eigenen Meldeweg für Erpressungsversuche an.
Die genaue Bezeichnung und der Ablauf dieses Meldewegs richten sich nach der aktuellen Google-Hilfe (Stand Oktober 2026) und können sich ändern. In der Regel werden Angaben zum Unternehmensprofil, zu den betroffenen Bewertungen und zum Erpressungsversuch verlangt – deshalb ist eine saubere Dokumentation so wichtig. Wie Sie einzelne Bewertungen über das Unternehmensprofil melden, erklärt die Anleitung Google-Bewertung melden.
Wichtig: Auch das Unternehmen selbst darf keine Anreize anbieten, damit eine Bewertung geändert oder gelöscht wird. Wer einer drohenden Person einen Gutschein gegen eine bessere Bewertung anbietet, riskiert selbst einen Verstoss gegen die Google-Richtlinien für Bewertungen.
Wie reagieren Sie auf eine Erpressung mit Google-Bewertungen?
Nicht zahlen, nicht nachgeben und nicht provozieren lassen. Sichern Sie alle Nachrichten und Bewertungen, melden Sie den Vorfall bei Google und prüfen Sie eine Strafanzeige.
Wer einmal zahlt oder nachgibt, signalisiert, dass das Druckmittel wirkt. Gleichzeitig sollte die Antwort an die drohende Person sachlich und kurz sein – keine Gegendrohungen und keine Beleidigungen, die später gegen Sie verwendet werden könnten.
- 1Nicht zahlen und keine Gegenleistung für das Löschen oder Unterlassen einer Bewertung anbieten.
- 2Alle Nachrichten sichern: E-Mails, SMS, Chat-Verläufe, Notizen zu Telefonaten mit Datum und Uhrzeit. Anleitung: Beweise sichern.
- 3Bereits veröffentlichte Bewertungen mit Screenshot, Profilname, Datum und Link dokumentieren.
- 4Sachlich und schriftlich ablehnen, ohne auf Drohungen einzugehen.
- 5Den Erpressungsversuch und die betroffenen Bewertungen bei Google melden.
- 6Bei ernsthaften Drohungen oder Geldforderungen eine Strafanzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft prüfen.
- 7Öffentlich nur zurückhaltend antworten; siehe auf negative Google-Bewertung antworten.
Ist die Drohung mit einer schlechten Bewertung in der Schweiz strafbar?
Das kann der Fall sein, hängt aber vom konkreten Vorgehen ab. In Betracht kommen insbesondere Erpressung nach Art. 156 StGB und Nötigung nach Art. 181 StGB. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, beurteilen Strafverfolgungsbehörden und Gerichte.
Vereinfacht gesagt setzt Erpressung unter anderem voraus, dass jemand durch Androhung ernstlicher Nachteile versucht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, und die betroffene Person dadurch am Vermögen geschädigt werden soll. Nötigung betrifft allgemeiner den Fall, dass jemand durch Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Tun, Unterlassen oder Dulden gezwungen werden soll. Ob die Drohung mit einer negativen Bewertung im Einzelfall als ernstlicher Nachteil gilt und ob die weiteren Voraussetzungen vorliegen, ist eine Frage des konkreten Sachverhalts.
Unabhängig vom Strafrecht kann eine Bewertung, die nur als Druckmittel geschrieben wurde und keine echte Erfahrung wiedergibt, auch zivilrechtlich relevant sein, etwa unter dem Persönlichkeitsschutz nach Art. 28 ZGB oder als unwahre Tatsachenbehauptung. Diese Hinweise sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Woran erkennen Sie unseriöse Angebote zur Bewertungslöschung?
Warnsignale sind garantierte Löschungen, Zahlung im Voraus, fehlendes Impressum und Angebote, gleichzeitig positive Bewertungen zu „liefern“. Seriöse Anbieter erklären, dass Google entscheidet, und legen offen, wer Vertragspartner ist.
Manche Angebote zielen gerade auf Unternehmen, die unter Druck stehen. Niemand kann eine Löschung durch Google garantieren. Wer gekaufte oder gefälschte positive Bewertungen anbietet, verstösst gegen die Google-Richtlinien und gefährdet das Unternehmensprofil. Prüfen Sie vor einem Auftrag immer, wer hinter dem Angebot steht.
| Merkmal | Warnsignal | Seriös |
|---|---|---|
| Ergebnis | „Garantierte Löschung“ | Google entscheidet, keine Garantie |
| Zahlung | Vorkasse, unabhängig vom Ergebnis | transparente Konditionen vor Auftrag |
| Betreiber | kein Impressum, keine Firma | Betreiberin, Adresse und AGB offen |
| Positive Bewertungen | werden mitverkauft | werden ausdrücklich nicht angeboten |
| Prüfung | jede Bewertung „löschbar“ | Einzelfallprüfung, zulässige Kritik bleibt |
Wie arbeitet Bewertungsanwalt im Vergleich dazu?
Bewertungsanwalt prüft jede Bewertung einzeln, verlangt keine Vorkasse und garantiert keine Löschung. Berechnet werden gemäss Angebot und AGB nur Bewertungen, die tatsächlich entfernt wurden.
Betreiberin ist die XSR Agency LTD mit Sitz in Zypern; sie ist selbst keine Kanzlei und hat keine Niederlassung in der Schweiz. Die Fälle prüft das interne Legal Team, je nach Sachverhalt unter Einbeziehung in Deutschland zugelassener Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Positive Bewertungen werden weder verkauft noch vermittelt. Einzelheiten stehen auf den Seiten Transparenz und Kosten sowie in den AGB.
Bei einer Erpressung ist die rechtliche Bearbeitung der Bewertung nur ein Teil der Reaktion. Eine Strafanzeige erstattet das betroffene Unternehmen selbst bei den zuständigen Behörden.
Was tun, wenn die Drohung umgesetzt wird?
Erscheinen nach einer Drohung tatsächlich negative Bewertungen, sollten Sie den zeitlichen Zusammenhang dokumentieren und die Bewertungen zusammen mit dem Erpressungsversuch melden. Mehrere Bewertungen in kurzer Zeit sind ein Fall für die Seite zu Review Bombing.
Der Nachweis, dass eine Bewertung als Druckmittel geschrieben wurde, ist oft der wichtigste Punkt. Halten Sie deshalb fest, wann die Drohung einging, wann die Bewertung erschien und ob sie inhaltlich zur angeblichen Erfahrung passt. Gehäufte Bewertungen behandelt der Beitrag Review Bombing auf Google; Hinweise auf fehlende Kundenbeziehungen finden Sie unter Fake Google Bewertung erkennen.
