Warum sollten Sie zuerst selbst melden?
Die Selbstmeldung ist kostenlos, schnell und direkt beim Entscheider: Google. Bei eindeutigen Richtlinienverstössen genügt sie oft. Eine rechtliche Bearbeitung lohnt sich vor allem dann, wenn die Meldung abgelehnt wurde oder der Fall eine rechtliche Begründung braucht.
Wir empfehlen bewusst, den kostenlosen Weg zuerst zu gehen. Wer ein klares Beispiel für Spam, Hassrede oder eine Bewertung mit Telefonnummer einer Mitarbeiterin vor sich hat, braucht dafür keinen Dienstleister. Erst wenn Google ablehnt oder der Sachverhalt komplex ist – etwa eine überprüfbar falsche Tatsachenbehauptung oder eine Bewertung ohne nachvollziehbaren Kundenkontakt –, wird eine rechtliche Prüfung sinnvoll.
Welche Voraussetzungen gelten?
Sie benötigen ein Google-Konto, das das Unternehmensprofil verwaltet oder darauf berechtigt ist. Auch ohne Profilzugriff kann jede Person eine Rezension in Google Maps als unangemessen melden; der Weg über das verwaltete Profil bietet aber die bessere Statusverfolgung.
Prüfen Sie vorab in der Google-Unternehmensprofil-Verwaltung, mit welchem Konto Sie angemeldet sind. In vielen KMU verwaltet eine Agentur oder ein früherer Mitarbeiter das Profil – klären Sie die Zugriffe, bevor Sie Meldungen absenden.
Wie melde ich eine Google-Bewertung Schritt für Schritt?
In sechs Schritten: Profil öffnen, Bewertung auswählen, «Rezension melden» wählen, passenden Grund auswählen, Status verfolgen und gegebenenfalls Einspruch einlegen. Die Bezeichnungen in der Oberfläche können sich ändern; massgeblich ist die aktuelle Google-Hilfe.
- 1Unternehmensprofil öffnen: in der Google-Suche nach dem eigenen Unternehmensnamen suchen oder Google Maps öffnen – angemeldet mit dem Konto, das das Profil verwaltet.
- 2Rezensionen anzeigen und die betreffende Bewertung auswählen. Notieren Sie vorher Datum, Profilname, Sternezahl und vollständigen Text und machen Sie einen Screenshot.
- 3Über das Menü (drei Punkte) der Rezension «Rezension melden» wählen.
- 4Den passenden Richtliniengrund auswählen. Wählen Sie den Grund, der am genauesten zutrifft – nicht den, der am schärfsten klingt.
- 5Den Status verfolgen: Im Tool zur Verwaltung von Rezensionen zeigt Google an, ob eine Meldung noch geprüft, abgelehnt oder umgesetzt wurde.
- 6Gegebenenfalls Einspruch einlegen: Wird die Meldung abgelehnt, ist gemäss Google-Hilfe (Stand Oktober 2026) grundsätzlich ein Einspruch pro Rezension möglich. Nutzen Sie ihn überlegt – zum Beispiel mit einem präziseren Grund.
Welchen Meldegrund sollte ich wählen?
Wählen Sie den Grund, der den Inhalt objektiv beschreibt. Eine Bewertung von einer Person ohne Kundenkontakt passt meist zu Fake Engagement oder Interessenkonflikt, eine Bewertung mit Schimpfwörtern zu anstössigen Inhalten oder Belästigung. «Unwahr» ist für Google allein kein eigener Meldegrund.
Die folgende Tabelle ordnet häufige Situationen den Kategorien der Google-Richtlinien für Bewertungen zu. Die genaue Bezeichnung im Meldeformular kann abweichen.
| Situation | Passende Kategorie | Hinweis |
|---|---|---|
| Kein nachvollziehbarer Kundenkontakt | Fake Engagement / nicht auf echter Erfahrung beruhend | Interne Prüfung dokumentieren: ohne Kundenkontakt |
| Bewertung durch Mitbewerber | Interessenkonflikt | Konkrete Hinweise sammeln: Mitbewerber |
| Ehemalige Mitarbeiterin bewertet als Kundin | Interessenkonflikt | Mehr: ehemalige Mitarbeitende |
| Schimpfwörter, Beleidigung von Personen | Belästigung / anstössige Inhalte | Kontext beachten: beleidigende Bewertung |
| Telefonnummer, Adresse, Gesundheitsangaben | Persönliche Informationen | Mehr: Datenschutz |
| Politische Statements, Werbung, Links | Themenfremd / Spam | Gilt auch für Kampagnen: Review Bombing |
| Konkret falsche Tatsachenbehauptung | Meist kein passender Standardgrund | Rechtlicher Weg prüfen: unwahre Tatsachen |
Was sollte ich vor der Meldung dokumentieren?
Sichern Sie die Bewertung, bevor Sie etwas unternehmen: Screenshot mit Datum, Profilname und vollständigem Text, Link zur Bewertung und Ihre interne Prüfung. Bewertungen können geändert oder gelöscht werden; ohne Dokumentation fehlt später die Grundlage.
- Screenshot der Bewertung inklusive Profilname, Datum und Sternezahl.
- Direktlink zur Rezension (über «Teilen» oder die Adresszeile).
- Ergebnis der internen Prüfung: Kundendatenbank, Terminbuch, Kasse, E-Mails, Telefonprotokolle.
- Hinweise auf Zusammenhänge: weitere Bewertungen desselben Profils, zeitliche Häufung, ähnliche Texte.
- Datum und gewählten Grund jeder Meldung sowie die Antwort von Google.
Wie lange dauert die Prüfung durch Google?
Google nennt keine verbindliche Frist. Manche Meldungen werden innert weniger Tage entschieden, andere dauern mehrere Wochen. Der Status ist im Tool zur Verwaltung von Rezensionen sichtbar.
Melden Sie dieselbe Bewertung nicht wiederholt über verschiedene Konten. Mehrfachmeldungen beschleunigen nichts und können als Manipulationsversuch gewertet werden. Mehr zur Dauer im Ratgeber Wie lange dauert eine Bewertungsentfernung?.
Was tun, wenn Google die Meldung ablehnt?
Prüfen Sie, ob der gewählte Grund wirklich passte, und nutzen Sie den Einspruch gezielt. Bleibt die Bewertung online und liegt eine konkrete Rechtsverletzung vor, kann eine rechtliche Beanstandung gestützt auf Schweizer Recht sinnvoll sein.
Eine Ablehnung heisst nur, dass Google keinen Richtlinienverstoss festgestellt hat. Ob die Bewertung nach Schweizer Recht zulässig ist, ist eine andere Frage. Ein Leitfaden für diese Situation: Google-Bewertung wurde nicht gelöscht.
Welche Fehler sollten Sie vermeiden?
Die häufigsten Fehler sind ein unpassender Meldegrund, Mehrfachmeldungen, öffentliche Gegenangriffe in der Antwort und das Offenlegen von Kundendaten. Auch Aufrufe an Mitarbeitende oder Kundschaft, eine Bewertung zu melden oder positive Gegenbewertungen zu schreiben, verstossen gegen Google-Richtlinien.
- Nicht den «schärfsten» Grund wählen, sondern den zutreffenden.
- Keine Meldekampagnen über Freunde, Familie oder Mitarbeitende.
- Keine gekauften oder erbetenen positiven Gegenbewertungen – das kann das eigene Profil gefährden.
- In der öffentlichen Antwort keine Kundendaten, Behandlungsdetails oder Vorwürfe gegen Personen nennen.
- Die bewertende Person nicht unter Druck setzen; das kann rechtlich und reputativ schaden.
Wann lohnt sich Unterstützung?
Unterstützung lohnt sich, wenn die Selbstmeldung abgelehnt wurde, mehrere Bewertungen betroffen sind, eine rechtliche Begründung nötig ist oder Zeit und Fachwissen fehlen. Die Ersteinschätzung bei Bewertungsanwalt.ch ist kostenlos.
Berechnet wird nur pro erfolgreich entfernter Bewertung: CHF 399 für eine, CHF 349 je Bewertung bei 2–4, CHF 299 je Bewertung bei 5–9 und CHF 249 je Bewertung ab 10. Details: Kosten einer Bewertungsentfernung. Eine erste Orientierung bietet auch unser kostenloser Bewertungs-Check.
